Internationaler Tag der Streuobstwiese am 24. April 2026 – Gutes aus Streuobst
Zwischen Wiese, Bäumen und feinsten Produkten
Am 24. April 2026 rückt der Internationale Tag der Streuobstwiese unter dem Motto „Gutes aus Streuobst“ die Vielfalt, Schönheit und Bedeutung von Streuobstwiesen in ganz Europa in den Mittelpunkt. Die Initiative, die 2021 ins Leben gerufen wurde, hat sich zu einer breit getragenen Bewegung entwickelt und lädt mit Veranstaltungen wie Führungen, Picknicks und Verkostungen dazu ein, diese besonderen Kulturlandschaften bewusst zu erleben.
Streuobstwiesen sind nicht nur ökologische Hotspots mit bis zu 5.000 Arten, sondern auch ein bedeutendes Kulturerbe – seit 2023 ist der „Streuobstanbau“ sogar als nationales immaterielles UNESCO-Kulturerbe anerkannt. Trotz ihrer großen ökologischen und kulturellen Bedeutung sind Streuobstkulturen stark gefährdet: Der Bestand an großkronigen Obstbäumen ist in Österreich im letzten Jahrhundert drastisch zurückgegangen. Von rund 35 Millionen Bäumen in den 1930er Jahren sind heute nur mehr etwa 4,2 Millionen in Österreich erhalten. Gründe dafür sind vor allem der hohe Pflegeaufwand, geringe wirtschaftliche Rentabilität, der Strukturwandel in der Landwirtschaft und das schwindende Wissen um Sortenvielfalt und Verarbeitung. Krankheiten, Mistelbefall und der Klimawandel setzen den Beständen zusätzlich zu.
Die Ergebnisse des Projekts „DivMoSt“ zeigen, dass Streuobstwiesen sehr artenreich sind, aber große Mängel bei Pflege und Nachwuchs haben. Deshalb besteht dringender Handlungsbedarf, um sie zu erhalten. Gleichzeitig gilt Streuobstanbau als nachhaltiges und zukunftsfähiges System, das durch Vielfalt und angepasste Bewirtschaftung besser mit Klimarisiken umgehen kann.
Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig betont: „Streuobstwiesen prägen und bereichern unser heimisches Landschaftsbild. Sie schaffen artenreiche Lebensräume, stärken die Biodiversität und sichern regionale Wertschöpfung. Umso wichtiger ist es, dieses wertvolle Kulturgut für kommende Generationen zu bewahren und aufrechtzuerhalten. Das gelingt nur, wenn wir gemeinsam Verantwortung übernehmen.“
Kulinarik im Fokus: Genuss mit Herkunft und Vielfalt
Besonders hervorzuheben ist die kulinarische Qualität der Streuobstprodukte. Die Früchte alter, vielfältiger Sorten zeichnen sich durch intensiven Geschmack, hohe Inhaltsstoffe und oft gute Verträglichkeit aus. Daraus entstehen hochwertige Spezialitäten wie naturbelassene Fruchtsäfte, Most, Cider, Frizzante, Schaumweine, Edelbrände, Marmeladen und Trockenobst. Diese Produkte stehen für authentischen Genuss, regionale Identität und handwerkliche Verarbeitung. Sie spiegeln die Vielfalt der Landschaft wider und verbinden traditionelle Herstellungsmethoden mit innovativen Ansätzen engagierter Produzent:innen.
DI Rainer Silber, Obmann von Streuobst Österreich und Geschäftsführer im Naturpark Obst-Hügel-Land, betont: „Der Erhalt der Streuobstbestände hängt eng mit der Nutzung ihrer Früchte zusammen. Faire Preise und eine stärkere Wertschätzung dieser hochwertigen Lebensmittel sind entscheidend, um die aufwendige Bewirtschaftung langfristig zu sichern.“
Fazit
Streuobstprodukte sind weit mehr als Lebensmittel – sie sind Ausdruck von Biodiversität, Tradition und regionaler Genusskultur. Wer sie konsumiert, trägt aktiv zum Erhalt dieser einzigartigen Kulturlandschaften bei.
Weiterführende Links
Ergebnisse Projekt „DivMoSt“ (Biodiversitätsmonitoring von Streuobstflächen)
Zum Verein Streuobst Österreich
Der Verein Streuobst Österreich vernetzt Organisationen und Personen, die im Streuobstbereich in Österreich aktiv sind. Die Interessens- und Arbeitsgemeinschaft betreibt Bewusstseinsbildung, stellt Wissen rund um Streuobstanbau und Obstsorten bereit, trägt zur Stärkung von Streuobstinitiativen und der Streuobstkultur bei und vertritt die Anliegen auf nationaler und internationaler Ebene.
Hintergründe zum „Tag der Streuobstwiese“
Ganz Europa feiert den Tag der Streuobstwiese am Freitag, den 24. April 2026 und dem anschließenden Wochenende. Der Mitmach- und Erlebnistag steht unter dem Motto „Gutes aus Streuobst“. Streuobstbegeisterte zeigen in über 150 Aktionen, warum sich ein Ausflug auf die Wiese für Groß und Klein lohnt.
Von Großbritannien bis nach Südfrankreich, vom Burgenland bis an den Exeter und mitten in der Streuobstwiese: Der Tag der Streuobstwiese findet europaweit jährlich am letzten Freitag im April statt. Streuobstfreunde aus ganz Europa veranstalten diesjährig am Wochenende um den 24. April 2026 verschiedenste Aktionen rund um das Immaterielle Kulturerbe „Streuobstanbau“, der Schwerpunkt ist „Gutes aus Streuobst“. Jede Veranstaltung vor Ort hilft, die Bedeutung unserer Streuobstwiesen bekannter zu machen. Aber das Wichtigste sind natürlich die Streuobstheldinnen und -helden, die Großartiges leisten – egal ob auf der Wiese, in der Kelterei oder im Verein.
Herzliche Einladung an alle Interessierten
364 Tage und ein Feiertag. Europaweit. Egal, ob zur Blüte im Frühjahr oder zur Erntezeit – eine Streuobstwiese ist ein ganz besonderer Ort. Am Tag der Streuobstwiese zeigen die Gastgeber in über 150 verschiedenen Aktionen das auch all jenen, die das noch nicht wissen. Gemeinsam feiern Streuobstakteure und alle Interessierten in ganz Europa die blühenden Wiesen, die Köstlichkeiten, das Kulturerbe und die Vielfalt. Besucherinnen und Besucher mit und ohne Kenntnisse sind herzlich eingeladen, die vielfältigen Aktionen zu erleben. Für jede Altersgruppe sind Angebote dabei.
Ein blühender Tag, der Vielfalt, Streuobst und Europa verbindet
Auf den Streuobstwiesen wurzeln in Reihen und unregelmäßigen Abständen großwüchsige Obstbäume vieler Arten und Sorten. Eine hohe Anzahl teils bedrohter Tier- und Pflanzenarten ist dort beheimatet. Die Wiesen sind eine durch den Menschen geschaffene Kulturlandschaft und überleben nur durch die Bewirtschaftung. Unser traditionelles Wissen über die Baumpflege, die Weiterverarbeitung des Obsts und vieles mehr ist der fruchtbare Boden des Streuobstanbaus. Vielerorts in Europa prägen die Streuobstwiesen Regionen und Kultur. Doch der Bestand der Obstbäume schwindet. Der Tag der Streuobstwiese richtet das Spotlight auf die Schönheit der blühenden Streuobstwiesen in ganz Europa und die regionalen Produkte, die aus den Früchten kreiert werden.
Wer steht hinter dem Tag der Streuobstwiese?
In vielen europäischen Staaten gibt es Menschen mit großer Leidenschaft für die Streuobstwiesen. Hochstamm Deutschland e.V., Streuobst Österreich, das UK Orchard Network und BirdLife Europe rufen gemeinsam zum Tag der Streuobstwiese auf. Die Mission ist klar: Streuobst in alle Köpfe und Münder bringen und für das immaterielle Kulturerbe begeistern. Das Netzwerk betont, dass naturnahe, hochstämmige Streuobstwiesen ein gutes Beispiel, um Naturschutz und Landnutzung unter einen Hut zu bringen. „Blühende Streuobstbäume sind wie ein Paradies auf Erden. Der Tag der Streuobstwiese lädt ein, dieses Paradies kennenzulernen und zu genießen mit geschmackvollen Produkten in schöner Landschaft“, verdeutlicht Johann Hartl, der Erfinder des Aktionstages.

