Mit den „Pomologischen Skizzen und Notizen“ des bedeutenden österreichischen Pomologen Josef Löschnig wird derzeit ein außergewöhnlicher Teil der österreichischen Obstbaugeschichte schrittweise für die Öffentlichkeit erschlossen. Das umfangreiche Werk befindet sich seit 1960 im Besitz der HBLA und Bundesamt für Wein- und Obstbau Klosterneuburg. Es kann nun erstmals teilweise digital eingesehen werden.
Weitere Informationen und erste zugängliche Dokumente finden sich auf der Seite der HBLAuBA Klosterneuburg.
Josef Löschnig gilt als der bedeutendste österreichische Pomologe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Die zwischen 1913 und 1949 entstandenen Beschreibungen und detailreichen Abbildungen der Obstsorten stammen überwiegend von Löschnig selbst. Aber vor allem in den ersten Jahren wirkten auch andere Pomologen wie Anton Kroneder, Anton Falch oder Wilhelm Schleicher daran mit.
Der Umfang der Sammlung ist beeindruckend: Insgesamt umfasst das Werk 43 Notizbücher mit 1.764 Sortenbeschreibungen, darunter 940 Äpfel, 131 Birnen, 235 Marillen, 162 Kirschen, 95 Pfirsiche, 64 Pflaumen, 46 Walnüsse sowie 91 Beerenobstarten. Damit stellt die Sammlung eine wichtige Dokumentation der historischen Obstsortenvielfalt Österreichs dar.
Besonders herausfordernd ist die Transkription der handschriftlichen Aufzeichnungen, die großteils in Kurrentschrift verfasst wurden. Die Übertragung in lesbare Form erfordert erheblichen Arbeitsaufwand, weshalb die vollständige Veröffentlichung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Bereits jetzt kann jedoch ein kleiner Teil der Beschreibungen für wissenschaftliche Zwecke eingesehen und heruntergeladen werden. Für die österreichische Streuobstszene eröffnet sich damit eine wertvolle Quelle zur Erforschung und Bewahrung alter Obstsorten sowie der pomologischen Tradition Österreichs.

