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Cultural Landscape Lab

Projekte

11. September 2026

Kulturlandschaften neu gedacht

Start des Cultural Landscapes Lab mit dem Fokus „Wasser in der Landschaft halten“

Hochstamm Deutschland e.V. ist als Netzwerk für die Weiterentwicklung des Streuobstbaus bekannt. Streuobstwiesen stehen jedoch nicht allein, sondern sind Teil einer globalen Familie traditioneller Kulturlandschaften. Sie leisten einen großen Beitrag für die Natur und uns Menschen, sind aber wirtschaftlich oft wenig rentabel. Unter dem Dach von Hochstamm Deutschland entsteht deshalb das
Cultural Landscapes Lab. Das Ziel: Wissen aus traditionellen Systemen und moderne Lösungen zu verbinden, um resiliente, nachhaltige und produktive Agrar- und Ernährungssysteme zu entwickeln. Das Thema im ersten Online-Austausch ist „Wasser in der Landschaft halten“.

Gemeinsames Ziel: nachhaltige Agrar- und Ernährungssyst

In Zeiten politischer und klimatischer Krisen rücken nachhaltige Agrar- und Ernährungssysteme immer mehr in den globalen Fokus. Weltweit leisten traditionelle Kulturlandschaften wie Streuobstwiesen, weitere Agroforstsysteme oder Weidelandschaften einen großen Beitrag zur Bereitstellung von Ökosystemleistungen. Ihr großes Manko: Sie sind arbeitsintensiv und im Vergleich zu intensiven Landbewirtschaftungssystemen oft wenig rentabel. In vielen Teilen der Welt tragen sie aber zur Selbstversorgung bei. Darüber hinaus bieten sie viel traditionelles Wissen, das hilft, moderne Systeme nachhaltiger zu machen.

Einblick, diskutieren, ausprobieren

Um das große Potenzial traditioneller Kulturlandschaften nutzbar zu machen, bringt das Cultural Landscape Lab von Hochstamm Deutschland e.V. innovative Praxisprojekte und neue Bewirtschaftungsmethoden zusammen. Wir blicken dabei über den Tellerrand des deutschsprachigen Raums hinaus: Dank digitaler Tools überwindet das Lab Sprachbarrieren und lädt in regelmäßigen Online-Veranstaltungen zum gemeinsamen Austausch ein. Das Ziel ist, dass Bewirtschafterinnen und Bewirtschafter unterschiedlichster Agrarökosysteme konkrete Ansätze für die eigene Streuobstwiese bzw. Bewirtschaftungsform mitnehmen. Kurze Präsentationen liefern dafür frische Impulse, um anschließend gemeinsam über Lösungen, Übertragungsmöglichkeiten und praktische Umsetzungsideen zu diskutieren.

Let`s get started: Wasser in der Landschaft

Das Cultural Landscapes Lab beginnt mit einem Thema, was sowohl Forschung als auch Praxis in den letzten Jahren stark beschäftigt: Wasser. Nicht nur Bäume, sondern ganze Landschaften leiden unter hohen Temperaturen und ausbleibenden Niederschlägen. Deshalb geht das Lab der Frage nach, wie innovative Pflanz- und Bewirtschaftungsmethoden mehr Wasser in der Landschaft halten. Wir nähern uns dem Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln an und haben dafür hochkarätige Referentinnen und Referenten eingeladen. Alle Informationen zu den einzelnen Themen und Terminen gibt es auf der Homepage. Wer an den kostenlosen, unverbindlichen Online-Austauschen teilnehmen möchte, meldet sich unter folgendem Link für die Mailingliste des Labs an. Interessierte erhalten darüber die neusten Einladungen und den Teilnahmelink.

Erfolgreiche Premiere

Seine Premiere feierte das CLL auf der 6th ESP Europe Conference im Mai in Prag. Die Ecosystem Service Partnership (ESP) ist das größte Forschungsnetzwerk zu Ökosystemleistungen der Welt und führt alle zwei Jahre seine Europakonferenz durch. Dr. Sophia Philipp und Dr. Janet Maringer nahmen an verschiedenen Sessions teil und präsentierten die Ergebnisse ihrer u.a. zum Verbraucherverhalten bei Produkten von traditionellen Kulturlandschaften oder zu Ökosystemleistungen von Streuobst und der Integration dieser in Wertschöpfungsketten.

Wer ist die Zielgruppe?

Ob Streuobstbewirtschafterin, Gartenbauexperte, Pflegebetrieb oder Forscherin – was lernen die verschiedenen Gruppen von (anderen) traditionellen Kulturlandschaften? Das Cultural Landscapes Lab gründet auf der Annahme: ganz schön viel. In den verschiedenen Kulturlandschaften und landwirtschaftlichen Systemen gibt es eine Menge Herausforderungen (Klimawandel, Ökonomie usw.). Aber auch eine Menge Lösungen, im Kleinen und im Großen. Und trotzdem finden sowohl Forschung als auch Praxis nicht für alle Probleme eine Antwort. Was dabei hilft, ist der Blick über den Tellerrand – auch international. Wie gelingt es, Bäume im trockenen Portugal zu pflanzen? Was lernen wir von modernen Ansätzen wie Permakultur, Marktgärtnerei, regenerative Landwirtschaft? Welche Lösungen finden Menschen aus anderen traditionellen Kulturlandschaften?

Wer steht dahinter?

Zwei Expertinnen treiben diese Vision wissenschaftlich und praxisnah voran. Dr.Ing. Janet Maringer bereitet traditionelle Landschaften mit ihrer Forschung auf die gewaltigen Herausforderungen des Klimawandels vor. Dr. agr. Sophia Philipp konzentriert sich auf die Vermarktung und das Verbraucherverhalten für Produkte aus traditionellen Kulturlandschaften. Beide bewirtschaften selbst den eigenen Grund und Boden. Zusammen bearbeiten sie vier entscheidende Kernbereiche: Klimaanpassung und Bodengesundheit, Ökosystemleistungen und Biodiversität, Innovationen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft sowie Kultur, Kunst und Gesellschaft.


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